Elke Fleing

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8 Methoden, um Schreibblockaden auszutricksen

Lesedauer: 5 Minuten
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8 Methoden, um Schreibblockaden auszutricksen

Schreibblockaden kennen wir alle, die wir in unserem Beruf texten. Seien es Blogbeiträge, Newsletter, Social Media Posts – oder auch einfach nur die E-Mail an einen Geschäftspartner. Solche Blockaden zermürben und verhindern gute Inhalte. Ich zeige dir hier meine 8 Lieblingsmethoden, um diese Fieslinge auszutricksen.

Schreibblockaden sind völlig normal. Jeder hat sie mal. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Und sie sind ärgerlich. Nicht nur für Menschen, die vom Texten leben, sondern für alle, die Texte zu verfassen haben – und sei es nur eine E-Mail an einen befreundeten Geschäftskontakt.

Und da sitzen wir dann.

blinkender cursor auf leerem dokument

Zwischen uns und dem abgelieferten Text haben die Tagesform, die
Faulheit, die Perfektionssucht oder alle zusammen eine dicke, scheinbar unüberwindliche Straßensperre aufgebaut. Gemein 🙁

Die gute Nachricht: Auch ohne jedes kriminelle Potenzial oder sportive Höchstleistungen kannst du diese Barriere überwinden oder einfach wieder abbauen. Für das ‚Wie‘ gibt es die unterschiedlichsten Strategien. Hier sind meine persönlichen Lieblings-Methoden:

Einfach irgendwo anfangen

Es gibt kein Gesetz, das vorschreibt, einen Text unbedingt in chronologischer Reihenfolge zu verfassen. Und oft ist es so, dass gerade der Textanfang die größten Probleme bereitet:

  • Du bist noch nicht richtig eingetaucht ins Thema, hast noch keinen Helikopterblick über alles, noch keine Pointe oder  Fazit im Kopf.
  • Der Anspruch, dass der erste Satz besonders gelungen sein muss, ist tief in unseren Köpfen verankert. Dadurch ist der Erfolgsdruck für den Textbeginn besonders groß.
  • Du hast so viele Gedanken zum Thema, die du alle ganz schnell loswerden willst, so dass du sie am liebsten alle gleich in den Beginn packen willst.

Also hockst du vor dem leeren Dokument und verzweifelst am ersten Satz. Aber, pfff, wir leben im Zeitalter der Textverarbeitungen. Wer sagt, dass du am Textanfang zu schreiben beginnen musst?

Ich fange oft mit den Passagen des Textes an, die mir gerade am leichtesten fallen. Und so wächst mein Werk mal hier, mal dort ein Stückchen, bis nach und nach die Puzzleteile sich zum fast fertigen Werk vereinen und der Anfang dann fast von allein in die Tastatur flutscht.

Und die Überschrift? Die hat Zeit bis ganz am Schluss.

Bilder zur Inspiration für den Aufhänger nutzen

Wenn ich prinzipiell weiß, worüber ich schreiben will, mir aber der richtige Aufhänger noch fehlt, ein Vergleich, eine Metapher, ein Anlass, ein Einstieg…, mit dessen Hilfe der Text angenehmer zu lesen, besser verständlich und zu behalten wird, dann stöbere ich zur Inspiration durch Bilddatenbanken oder auch einfach durch die Google-Bilder.

Ich verwende zur Inspiration Stichworte, die irgendwie mit meinem Thema zu tun haben und irgendwann macht’s beim Betrachten der Bilder ‚klick‘ und die Idee für den Aufhänger des Textes ist da. Hey, ich muss ja nicht jede Assoziationskette selbst knüpfen, es gibt sooo viele andere, die schon zu den unterschiedlichsten Begriffen assoziiert und die Bilder entsprechend benannt oder getaggt haben – ich lasse meiner Kreativität von ihnen auf die Sprünge helfen.

Den "Texten-Flow" anstoßen

Manchmal bin ich gerade so gar nicht in der Stimmung zum Texten, weil ich zum Beispiel vorher gerade an einer Website gebastelt, ein Kundengespräch geführt oder Buchführung gemacht habe.

Jede Art der Tätigkeit hat ihren ganz eigenen Flow, setzt ihre eigene Stimmung voraus, aktiviert verschiedene Hirnareale unterschiedlich intensiv. Texten fühlt sich für mich ganz anders an als Websites designen oder Buchführung machen.

Und dann auf einen, vielleicht gar noch kniffligen Text umzuschalten, ist manchmal schwer. Also zerlege ich das „Umschalten der verschiedenen Hirn-Areale“ auf den kniffligen Text in zwei Phasen:

Erstmal lasse ich mich überhaupt wieder in den Texten-Flow kommen – indem ich irgendwas schreibe: Irgendwelche Gedankenschnipsel oder ein Blogartikel wie dieser eignen sich bestens für „Phase 1“ – 😉

Und wenn ich dann im „Texten-Modus“ an sich bin, mache ich mich in „Phase 2“ an den eigentlich zu verfassenden Text.

Klappt meistens gut.

Artverwandte gute Texte lesen

Ich bin so eine, die sich zwei Stunden lang mit einem Dialekt sprechenden Bayern unterhält und dann anfängt, selbst die Klangfarbe oder Wörter dieses Dialekts zu übernehmen. Das klingt schrecklich, ich sag’s dir, zumal ich ja geborene Berlinerin bin, aber ich kann’s oft kaum verhindern.

Diese Neigung mache ich mir beim Texten zunutze. Wenn die Tagesform nicht dazu angetan ist, mir die passenden Wörter ganz leicht aus der Feder fließen zu lassen, helfe ich nach: Ich lese richtig gute Text-Passagen, die von Stil und Tonalität her gut zu dem passen, was ich gerade zu schreiben habe. Das können bestimmte Buchpassagen sein oder Artikel von Bloggern und Journalisten, deren Schreibe für mich immer eine Art Tonalitäts-Bank ist. Das können auch eigene Texte sein, die ich selbst richtig gut finde.

Und oft fängt mein Gehirn dann an, diese Texte als „Dialekt“-Modell zu verwenden und leichter selbst im entsprechenden Stil zu texten.

Das Profil meines jeweiligen Modell-Lesers schärfen

Nie, wirklich nie, texte ich für eine anonyme Masse. Immer sitzt eine fiktive Person vor mir, für die ich schreibe oder der ich erzähle. Das ist übrigens durchaus nicht immer dieselbe „Person“.

Aber manchmal ist diese fiktive Person vor meinem inneren Auge unscharf. Das merke ich daran, dass der Text stilistisch holpert oder ich inhaltlich nicht auf den Punkt komme.

Dann stelle ich mir die Person genauer vor, schärfe ihr Profil: Ich gebe ihr Gesicht, Mimik, psychologischen Hintergrund, Namen, Stimmlage und Tonfall.

Oder ich mache es mir noch leichter und setze gedanklich eine echte Person aus meinem Freundes- oder Bekanntenkreis in den „Lesersessel“. Eine Person, die in etwa die Menge an Vorwissen, Branchenkenntnissen oder was immer hat, wie die ideale Leserschaft des Textes.

Mit solchen fiktiven oder realen „Modellen“ werden meine Texte meist schnell besser.

Mit Musik in die passende Stimmung eingrooven

Ich konnte es noch nie: Musik hören und gleichzeitig etwas anderes tun. Was hab‘ ich als Jugendliche meine Schulfreundinnen beneidet, die beim Hausaufgaben-Machen immer die Charts gehört haben. Dadurch waren sie natürlich – im Gegensatz zu mir – immer auf dem Laufenden, was musikalisch gerade angesagt war. Ich habe Hausaufgaben und Musikhören nie parallel hinbekommen.

Ich lasse mich von Songs und Klängen sofort ablenken und (unfreiwillig) in eine bestimmte Stimmung bringen.

Aber keine Dornen ohne Rose – ich kann diese Tatsache umgekehrt auch nutzen: Brauche ich für einen Text eine bestimmte Stimmung, ein bestimmtes Tempo, eine bestimmte Klangfarbe, höre ich einfach ein Weilchen die dazu passende Musik und schon fällt es mir viel leichter, den richtigen Ton beim Texten zu finden.

Vertagen

Und dann gibt’s noch Tage, an denen einfach nichts geht. An denen ich mir, obwohl eigentlich fröhlich und in motiviertester Arbeitslaune, die Finger breche beim Versuch, einen anständigen Text zustande zu bringen.

Wenn dann die Deadlines es zulassen, lasse ich diesen Tag einfach mit anderen Tätigkeiten ins Land ziehen. Meine Erfahrung beruhigt mich: Morgen geht’s mit höchster Wahrscheinlichkeit viel leichter und besser. Und meistens stimmt das.

Vermutlich hat das auch viel damit zu tun, dass sich mein Unterbewusstsein natürlich trotz offiziellen Vertagens weiter mit dem zu schreibenden Text beschäftigt und schon „heimlich“ ein paar Vorarbeiten erledigt. So, dass ich gut präpariert am nächsten Tag starten kann. Gute Sache, dieses Unterbewusstsein. Macht ziemlich oft einen verdammt coolen Job.

Eine lange Liste mit coolen Content-Ideen parat haben

Diese Methode hilft mir vor allem beim Content-Marketing. Wie viele Blogposts, Newsletter-Ausgaben und Social Media-Posts sind nie oder erst viel zu spät zustande gekommen, weil mir einfach kein gutes Thema einfiel, als sie „dran“ gewesen wären. Und alle paar Tage fand ich mich wieder vor dieser Barriere. Das nervte mich jahrelang kolossal.

Also bin ich dieses Problem mal von Grund auf  angegangen und habe ein System entwickelt, mit dem ich ganz methodisch einen großen Katalog von Content-Themen aufbauen kann. Da hab ich schon einiges an Recherche und Hirnschmalz reingesteckt. Aber jetzt steht mein System. Und jetzt profitiere nicht nur ich davon, sondern auch meine Kunden. Problem erkannt, Problem gebannt 🙂

Du willst das auch? Dann guck dir das Programm „Content-Ideen finden und planen“ mal an.

 

Und wie ist es bei dir: Welches sind deine besten Methoden, um Schreibblockaden aufzulösen?

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